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Z.B. wird unter Brandschutz
überwiegend die rein technische Aufgabe verstanden, den Brandschutz von Gebäuden zu optimieren. Dessen Einhaltung überwachen die Feuerwachen, deren Professionalität und technische Ausstattung darüberhinaus ganz besonders nachgefragt werden, wenn es trotz aller Vorschriften irgendwo dann doch schadenverursachend brennt.
Neben ihrem technischen Brandschutz und Löscheinsatz praktiziert die Feuerwehr auch die sogenannte Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen, allerdings konzentriert auf die gefährdenden Aspekte des Umgangs mit Feuer.
Doch gegen den Flächenbrand
medialisierter, überwiegend destruktiver Nutzungen von Feuer in globaler Kinder- und Jugendkultur versagt technisches Gerät. Auch personell wären alle professionellen Retter auf verlorenen Posten, denn virtuelle Feuer können nicht mit herkömmlichen Methoden gelöscht werden. Sie können nur kontrolliert werden. Kontrolliert durch individuelle Bildung über Feuer. Bildender Brandschutz erfordert jedoch weniger eine technische sondern vielmehr die Schaffung einer kulturellen Feuerwache.
Daher bedarf es dringend der Aktualisierung
und Wiederaufnahme der Wissensvermittlung von der Beziehung des Menschen zum Feuer und den damit verbundenden, privaten Feuerverantwortlichkeiten. Denn nur wer gelernt hat, wie er sicher Feuer macht, und verinnerlicht hat, warum er sicher Feuer macht, agiert auch sicher "sozialverträglicherer". Derartige Prophylaxe ist technischer und kultureller Feuerschadenschutz zugleich. Er muss bereits im Kindergarten beginnen und hat sich dann altersangepasst fortzusetzen.
Das Bewußtsein menschlicher Beziehung zum Feuer
ist heutzutage oberflächlich, veraltet und medialisiert geprägt. Somit ist den individuellen Feuerassoziationsketten vieler Menschen gemein, daß sie zu erschreckend irrationalem Umgang mit Feuer führen, praktisch und geistig. Der sichere Umgang mit Feuer, die eigentlich globale Feuerfrage wird nur noch als Kinderfrage gestellt: Was tun, um zu verhindern, daß Kinder mit Feuer "Blödsinn" machen?
Hier reagieren bisherige, brandschutzerzieherische Methoden überhaupt nicht darauf, daß Kinder viel "Blödsinn" mit Feuer täglich medial und zahlreich vorgeführt bekommen. Welches natürlich zwangsläufig die Frage aufwirft: Wo sehen Kinder eigentlich in gleicher Anzahl, was nicht "blödsinniges", stupides Inbrandsetzen ist?
Kindern wird zwar die wichtige und gesellschaftlich verantwortliche Arbeit der Feuerwehr gezeigt, doch auch diese wird in Presse, Funk und Fernsehen primär als technisch-organisatorische, ausrüstungs- und uniformbeeindruckende, dramatische und spektakuläre Schadenfeuerbekämpfung vorgeführt - doch Erschöpfung und Verlust, Trauer und Leid von Rettern und Geschädigten werden öffentlich ausgeblendet.
Wo sehen unsere Kinder eigentlich,
wie es ist, wenn Menschen "gut" mit Feuer umgehen? Nicht als Bild- und Geschichtenzitate aus früherer, guter, alter Zeit, sondern HEUTE - mit allen Sinnen für heutige Kinder SELBST ausprobier- und erfahrbar?
Auch in den meisten mir bekannten Kinderbüchern ist Feuer als Thema i.d.R. katastrophal konnotiert und entsprechend präsentiert.
Auf den ersten Seiten brennt bereits die Wohnung, das Haus,
der Wald, sodann auf den nächsten Seiten die Feuerwehr beim Retten und Löschen zu sehen ist. Würde das gleiche Verfahren beim Vermitteln der sicheren Straßenüberquerung angewendet werden, lägen auf dem Zebrastreifen Schwerverletzte, welche auf den folgenden Seiten beim Retten und Versorgen ihrer Wunden zu sehen sind.
Zwar findet sich in einigen Büchern anhänglich noch ein Text, in welchen die Regeln für den sicheren Umgang mit Feuer gelesen oder vorgelesen werden können bzw. der sichere Umgang mit Feuer mit Hilfe des Ausmalens technischer Errungenschaften (Ofen, Auto, Rakete) erreicht werden soll, doch überwiegend wird Kindern auf den ersten Buchseiten über angsterzeugende Bilder vermittelt, daß Feuer eine Gefahr ist, von der sie gefälligst und fürchtend die Finger lassen sollen.
Allgemeine Kenntnisse von Feuer
sind geprägt von Klischees, von denen einige wissenschaftlich schon lange als Fälschungen entlarvt sind. Und doch werden derartige Ansichten auch heute noch verbreitet bzw. sogar gelehrt.
So ist der Mythos, das es ein Mann war, der den Menschen das Feuer gebracht hat, ein in der griechischen Antike von männlichen Autoren konstruierter. Dieser Prometheus-Mythos ist in sich derart widersprüchlich, dass schon in damaliger Zeit alle Griechen (Römer) ihr häusliches und damit wichtigstes Feuer als Sitz der Göttin Hestia (Vesta) verehrten. Denn in allen derzeit bekannten Feuerherkunftsmythen sind die Feuerbesitzer, wenn es menschliche Wesen waren, immer ältere Frauen - denen es dann von jungen Männern geraubt wird ...
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