mit feuer spielen
Feuer in Zitaten

Feuer in Zitaten

Ob es "gut" oder "böse" brennt, entscheidet immer der Mensch. Beziehung und Umgang des Menschen mit Feuer waren immer ambivalent, doch beinhalteten sie mit und um und über Feuer ebensoviele zivilisationsgründende, kulturschaffende und -erhaltende Szenarien. Nur in derart positivem Verständnis konnte sich in allen Sprachen eine Metaphorik des Feuers zum Ausdruck emotionaler, geistiger und seelischer Intensität entwickeln - vom Feuer im Hintern über brennende Herzen hinauf zu zündenden Ideen.


Die Bewegung des Geistes ist wie die des Feuers, sie vollzieht sich im Aufstieg.
Claude de Saint-Martin

Ja! Ich weiß, woher ich stamme!
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich.
Friedrich Nietzsche  

I have only one burnin' desire, let me stand next to your fire.
Jimi Hendrix

Auch ich bin hier an meinem Teil,                
Doch wüßt ich besseres nicht zu unserm Heil
Als: jeder möge durch die Feuer
Versuchen sich sein eigen Abenteuer.
Johann Wolfgang Goethe

Ist das Feuer, da es Licht spendet, nicht auch Urheber des größten Wortes?
Gaston Bachelard

Rein ist genau das Wort. Es ruft ein Feuer herbei ...
Jacques Derrida

Das Flammenzeichen ist ein Zeichen für Sprache.
Joseph Beuys

Rauchzeichen, die aus einem unbegreifbaren Ursprung auftauchen, in unfaßbare Räume einmünden und sich dort auflösen.
Boullé für Newton

Ich zünde die Kerze an, um die Zeit mit Lesen totzuschlagen.
August Strindberg

Dies ist es, was man unter lesen versteht. Man könnte dieser Tätigkeit als Symbol das Denkbild einer Flamme zuordnen, die sich ausbreitet, oder jenes andere eines Fadens, der von einem Ende zum anderen brennt, wobei es gelegentlich kleine Explosionen und Flackerfunken gibt.
Paul Valery

Ein Wort - Ein Glanz, ein Flug, ein Feuer,
ein Flammenwurf, ein Sternenstrich -
Gottfried Benn

Wie doch im Wort die Flamme herrlich bleibt.
Rainer Maria Rilke

`Können wir singen, während der Wald in Flammen steht?´ fragte sich Thoreau eines Tages. Ja, sicher können wir es. Wir sollten es. Wir müssen weitersingen ... während wir helfen, das Feuer zu löschen. Das Singen könnte sich ausbreiten, Du kannst nie wissen.
Robert Filliou

If your house is on fire and you can save one thing only, what should you save?
The fire! Save the fire!
Islamische Weisheit

Ich glaube, daß sowohl im Herzen der Leere als auch im Herzen des Menschen ein Feuer brennt."
Yves Klein

Diesen Kosmos hier, der derselbe aller ist, hat weder einer der Götter noch einer der Menschen geschaffen, sondern er war immer und ist und wird sein; immerlebendes Feuer, das sich nach Maßen entzündet und nach Maßen erlischt.
Heraklit

Kunst ist wie Feuer. Sie ernährt sich von dem, was sie verbrennt.
Jean Luc Godard

Alle meine Arbeiten nach der Natur sind >Kastanien<, die ich aus dem Feuer geholt habe.
Vincent van Gogh

Die Welt geht schnell, wenn man sie sich in Flammen vorstellt. Was gut brennt, brennt hoch.
Gaston Bachelard

Lieber ein kleines Licht anzünden, als in der Dunkelheit schimpfen.
Konfuzius

Unsere Geister selber scheinen
Ein behendes Feur zu seyn
Und es wird kein Mensch verneinen,
Daß man meistens das allein
Herrlich, schön und edel nennet,
Worin geistig Feuer brennet
Barthold Heinrich Brockes

Vergleiche das Phänomen des Denkens mit dem Phänomen des Brennens! Kann nicht das Brennen, die Flamme, uns rätselhaft erscheinen? Und warum die Flamme und nicht der Tisch? - Und wie klärst Du dieses Rätsel auf? Und wie soll nun das Rätsel des Denkens aufgelöst werden? - wie das der Flamme?
Ludwig Wittgenstein

Er ... sagt aber auch, daß ein Gericht der Welt und aller in ihr <befindlichen> Dinge durch das Feuer erfolge: Alles, sagt er nämlich, wird das Feuer - herangekommen - richten und fassen (verurteilen). Er sagt aber auch, daß dieses Feuer denkfähig  ist und <sc.: die> Ursache der Einrichtung des Ganzen, indem er anführt: das alles hier aber steuert der Blitz, das heißt er lenkt es, indem er das aioonhafte (langlebende) Feuer als Blitz erklärt. Er nennt es aber Mangel und Sattheit. Mangel ist nach ihm die Welteinrichtung, der Weltenbrand dagegen Sattheit.
Heraklit

Das Bewußtsein zu brennen, bedeutet schon Abkühlung.
Gaston Bachelard

Nehmt das Feuer von der Erde, und die Menschheit wird wieder eine hilflose, schwerfällige, unglückliche Masse.
Reuleaux

Wenn das Feuer sich selbst verzehrt, wenn die Kraft sich gegen sich selbst wendet, dann scheint es, als verdichte sich das ganze Sein in den Augenblick seines Untergangs und als sei die Intensität dieser Zerstörung der letzte und klarste Beweis des Daseins. Dieser Widerspruch, der aller Erkenntnis des Seienden zugrundeliegt, ermöglicht eine unaufhörliche Wandlung der Werte.
Gaston Bachelard